Bibel Blog
Sonntag, 17. Mai 2026
„Wenn Gott im Verborgenen begegnet – Das Gericht der Barmherzigkeit“
Samstag, 16. Mai 2026
Wenn Freiheit nicht tut, was sie will – sondern wird, was sie sein soll
Donnerstag, 14. Mai 2026
„Wer ist denn dieser?“ — Die Offenbarung Jesu zwischen Sturm, Kreuz und brennendem Herzen
Liebe Geschwister,
es gibt Momente im Leben, in denen alles ins Wanken gerät. Äußere Stürme brechen herein:
- Angst
- Krankheit
- Schuld
- Zerbruch
- Hoffnungslosigkeit
Und manchmal erleben wir auch innere Stürme:
- Zweifel
- Leere
- Geistliche Müdigkeit
- Unruhe des Herzens
Genau in eine solche Situation hinein spricht das Evangelium. Die Frage ist dabei nicht zuerst: „Wie groß ist mein Problem?“
Sondern: „Wer ist Jesus?“
Denn alles entscheidet sich an dieser Frage.
1. Jesus offenbart seine göttliche Vollmacht
Lukas 8,22–25
Die Jünger sitzen mit Jesus im Boot. Plötzlich erhebt sich ein gewaltiger Sturm. Das Wasser schlägt ins Boot hinein. Erfahrene Fischer geraten in Panik. Und Jesus schläft.
Ist das nicht manchmal auch unser Leben?
Wir beten. Wir kämpfen. Wir rufen zu Gott. Und es scheint, als würde Jesus schlafen.
Die Jünger wecken ihn voller Angst: „Meister, Meister, wir kommen um!“ Lukas 8,24
Und dann geschieht etwas Gewaltiges: Jesus steht auf und bedroht Wind und Wellen.
Sofort wird es still.
Das Entscheidende ist: Jesus bittet nicht um Hilfe. Er spricht mit Autorität.
Warum? Weil im Alten Testament Gott allein Herr über das Meer ist.
„Du beherrschst das Toben des Meeres.“ Psalm 89,10
Die Jünger erkennen plötzlich: Hier ist mehr als ein Prophet. Hier steht Gott selbst im Boot.
Darum fragen sie erschrocken: „Wer ist denn dieser?“ Lukas 8,25
Das ist die wichtigste Frage unseres Lebens.
Nicht:
- Wie religiös bin ich?
- Wie viel weiß ich?
- Wie stark ist mein Glaube?
Sondern: Wer ist Jesus wirklich für mich?
2. Jesus hat Macht über die sichtbare und unsichtbare Welt
Direkt nach der Sturmstillung begegnet Jesus dem Besessenen von Gerasa.
Lukas 8,26–39
Dieser Mensch ist zerstört:
- Isoliert
- Gebunden
- Gequält
- Unfähig frei zu leben
Die Dämonen nennen sich:
„Legion.“ Lukas 8,30
Das ist ein militärischer Begriff. Er beschreibt fremde Herrschaft und Unterdrückung.
Und wieder genügt ein Wort Jesu.
Die Dämonen müssen weichen.
Warum stehen diese Geschichten nebeneinander?
Weil Jesus zeigen will:
Er hat Macht über Naturgewalten.
Er hat Macht über Finsternis.
Er hat Macht über Angst.
Er hat Macht über den zerstörten Menschen.
Das Reich Gottes beginnt dort, wo Jesu Herrschaft sichtbar wird.
3. Das Reich Gottes ist anders als diese Welt
Wir leben in einer Welt voller Machtkämpfe. Menschen suchen:
- Kontrolle
- Anerkennung
- Stärke
- Einfluss
Doch Jesus sagt: Mein Reich ist anders.
Das Reich Gottes wächst nicht durch Gewalt. Sondern durch:
- Liebe
- Wahrheit
- Demut
- Barmherzigkeit
- Gehorsam
Darum sagt Paulus: „Die Frucht des Geistes ist der Charakter Christi selbst.“ Galater 5,22–23
Und Jesus sagt in: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Matthäus 25,40
Das Reich Gottes zeigt sich nicht zuerst in Worten — sondern in verwandelten Menschen.
4. Die Gefahr geistlicher Blindheit
Und hier wird die Predigt unbequem.
Denn man kann:
- Die Bibel lesen
- Theologie studieren
- Religiös aktiv sein
- In Gemeinden dienen
und trotzdem Christus nicht wirklich kennen.
Genau das war das Problem der Schriftgelehrten.
Jesus sagt: „Ihr erforscht die Schriften … und wollt nicht zu mir kommen.“ Johannes 5,39–40
Wissen allein rettet nicht.
Man kann viel über Jesus reden — und dennoch innerlich leer bleiben.
Denn Gott sucht nicht nur informierte Köpfe. Er sucht verwandelte Herzen.
5. Wahre Nachfolge kostet das alte Leben
Darum ruft Jesus: „Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst und nehme täglich sein Kreuz auf sich.“ Lukas 9,23
Das Kreuz bedeutet: Der alte Mensch soll sterben.
Nicht nur schlechte Gewohnheiten — sondern die Selbstherrschaft des Menschen.
Wir möchten oft:
- Jesus als Helfer
- Jesus als Tröster
- Jesus als Problemlöser
Aber nicht immer Jesus als Herr.
Doch Nachfolge bedeutet:
- Meinen Stolz loslassen
- Meinen eigenen Weg loslassen
- Meine Kontrolle abgeben
Christus ruft uns nicht zur Bewunderung. Er ruft uns zur Hingabe.
6. Das brennende Herz der Emmausjünger
Nach der Auferstehung laufen zwei Jünger traurig nach Emmaus.
Lukas 24,13–35
Jesus geht mit ihnen — doch sie erkennen ihn nicht.
Warum?
Weil geistliche Erkenntnis mehr ist als äußeres Sehen.
Jesus öffnet ihnen zuerst die Schrift. Er zeigt: Die ganze Bibel weist auf ihn hin.
Dann sagen die Jünger: „Brannte nicht unser Herz in uns?“ Lukas 24,32
Das ist wahres Christentum: Nicht bloß Tradition. Nicht bloß Religion. Nicht bloß Wissen.
Sondern ein Herz, das von Christus berührt wurde.
7. Christus in uns — das Ziel des Evangeliums
Das Evangelium endet nicht bei Vergebung.
Es geht weiter.
Paulus schreibt: „Christus in euch — die Hoffnung der Herrlichkeit.“ Kolosserbrief 1,27
Und: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“ Galaterbrief 2,20
Das ist das Ziel: Jesus möchte nicht nur bei uns sein — sondern in uns leben.
Darum verändert echte Begegnung mit Christus:
- Das Denken
- Das Reden
- Den Umgang mit Menschen
- Unsere Wünsche
- Unser Herz
Wo Christus lebt, entsteht Sehnsucht nach:
- Wahrheit
- Heiligkeit
- Gemeinschaft
- Liebe
- Gehorsam
Die entscheidende Frage bleibt: „Wer ist denn dieser?“ Lukas 8,25
Ist Jesus nur:
- Eine religiöse Figur
- Eine Tradition
- Wissen
- Theorie
Oder ist er wirklich:
- Herr
- Erlöser
- König
- Das lebendige Wort Gottes
Der Sturmstillende, der Befreier, der Gekreuzigte, der Auferstandene — ruft uns heute zur echten Nachfolge.
Nicht zu äußerer Religion. Sondern zu einem neuen Herzen.
Mittwoch, 13. Mai 2026
„Komm!“ – Nachfolge im Sturm und in der Vollmacht Christi
Matthäus 14,22–33 (Petrus auf dem Wasser)
Matthäus 10,1–15 (Die Aussendung der Jünger)
Viele Menschen wünschen sich einen Glauben ohne Kampf.
Einen Glauben, der Sicherheit garantiert, Probleme fernhält und das Leben einfacher macht.
Doch das Neue Testament zeichnet ein anderes Bild.
Jesus ruft Menschen nicht in einen bequemen Kurpark, sondern in eine Nachfolge, die durch Stürme führt. Er sendet seine Jünger mitten hinein in eine Welt voller Widerstand, Zweifel und Ablehnung. Und trotzdem gibt er ihnen etwas Entscheidendes mit:
- Seine Vollmacht.
Nicht ihre eigene Stärke sollte sie tragen, sondern die Gegenwart Christi.
1. Jesus ruft – der Anfang liegt bei ihm
„Und er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht …“ Matthäus 10,1
Die Jünger haben sich ihren Auftrag nicht selbst ausgesucht.
Alles beginnt damit, dass Jesus ruft.
Das ist wichtig: Christlicher Dienst beginnt niemals mit menschlicher Größe, sondern mit göttlicher Berufung.
Die Jünger waren keine perfekten Menschen:
- Petrus war impulsiv
- Thomas zweifelte
- Die anderen hatten Angst und versagten oft
Und trotzdem ruft Jesus genau sie.
Warum? Damit sichtbar wird: Die Kraft kommt nicht aus dem Menschen, sondern aus Gott.
2. Vollmacht bedeutet nicht Bequemlichkeit
Jesus gibt den Jüngern Vollmacht – aber gleichzeitig sagt er: „Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.“ Lukas 10,3
Das Evangelium verspricht keinen einfachen Weg.
Die Jünger sollten erleben:
- Ablehnung
- Widerstand
- Verfolgung
- Missverständnisse
Und genau das erleben Christen bis heute.
Denn Gottes Wahrheit fordert den Menschen heraus.
Das Licht Christi trifft auf eine Welt, die oft lieber in der Dunkelheit bleiben möchte.
Doch Jesus verschweigt diesen Kampf nicht. Er bereitet seine Jünger darauf vor.
3. Petrus steigt aus dem Boot
„Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser.“ Matthäus 14,29
Das ist einer der gewaltigsten Momente des Glaubens.
Petrus geht nicht auf dem Wasser, weil er besonders stark ist.
Er geht, weil Jesus gesagt hat: „Komm.“
Das ist echter Glaube: Vertrauen auf das Wort Christi – selbst dann, wenn die Umstände dagegen sprechen.
Und vielleicht kennt das heute jemand:
- Der Sturm ist groß.
- Die Angst ist real.
- Die Zukunft ist unklar.
Doch Jesus sagt immer noch: „Komm.“
Nicht: „Vertraue auf dich selbst.“
Sondern: „Vertraue mir.“
4. Der Blick entscheidet alles
Dann geschieht etwas Entscheidendes.
„Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich.“ Matthäus 14,30
Petrus beginnt zu sinken, als sein Blick sich verändert.
Solange sein Blick auf Christus gerichtet war, trug ihn der Glaube.
Doch als der Sturm größer wurde als Jesus in seiner Wahrnehmung, kam die Angst.
Ist das nicht oft unser Problem?
Wir schauen:
- Auf Krisen
- Auf Menschen
- Auf Widerstand
- Auf unsere Schwäche
- Auf die Wellen.
Und plötzlich vergessen wir den, der selbst über den Wellen steht.
5. Die Kraft liegt nicht im Menschen
Jesus sagt: „Ohne mich könnt ihr nichts tun.“ Johannes 15,5
Das ist die Grundlage jeder echten Nachfolge.
Die Frucht entsteht nicht durch:
- Menschliche Stärke
- Religiöse Leistung
- Kluge Strategien
Sondern durch die Verbindung mit Christus.
Darum gebührt auch ihm allein die Ehre.
Wenn Gott wirkt, kann kein Mensch sich selbst verherrlichen.
6. Umgang mit Ablehnung
Jesus sagt den Jüngern: „Schüttelt den Staub von euren Füßen.“ Matthäus 10,14
Das bedeutet: Die Wahrheit soll klar verkündet werden, aber niemand darf gezwungen werden.
Christen sollen:
- Mutig sein
- Aber nicht aggressiv
- Klar sein
- Aber nicht lieblos
- Standhaft sein
- Aber nicht hochmütig
Wir dürfen Menschen nicht aufgeben, aber wir können auch nicht ihre Herzen verändern.
Das kann nur Gott.
7. Nachfolge heute
Auch heute ruft Jesus Menschen:
- Mitten in Unsicherheit
- Mitten in Zweifel
- Mitten in Widerstand
Die Frage ist: Bleiben wir im Boot – oder vertrauen wir seinem Wort?
Der Glaube beginnt dort, wo ein Mensch Jesus mehr vertraut als seinen Ängsten.
Die Jünger waren keine Helden aus eigener Kraft.
Sie waren Menschen mit Angst, Schwäche und Fragen.
Aber sie hatten einen großen Herrn.
Und genau das verändert alles.
Der Sturm ist real. Der Widerstand ist real. Die Wellen sind real.
Aber Christus ist größer.
Darum gilt bis heute:
- Nicht unsere Kraft trägt uns, sondern seine Vollmacht.
Und solange unser Blick auf ihn gerichtet bleibt, dürfen wir mutig weitergehen.
Mittwoch, 30. Juli 2025
Wenn das Herz schwer ist – Gott in Depression, Trauma und Angst begegnen
1.Ehrlich und persönlich
Samstag, 11. Mai 2024
Bedingungen der Jüngerschaft
Wahres Christentum ist völlige Hingabe an den Herrn Jesus Christus.
Der Heiland sucht nicht nach Männern und Frauen, die ihm ihre freien Abende - oder das Wochenende - oder die Jahre ihres Ruhestandes widmen möchten. Nein, er sucht solche, die ihm den ersten Platz in ihrem Leben einräumen wollen.
»Er schaut heute noch - wie er das schon immer getan hat - nicht nach den Massen, die in seinem Kielwasser dahintreiben, sondern nach einzelnen Männern und Frauen, deren nicht sterbende Hingabe daher rührt, dass sie erkannt haben, dass er solche braucht, die bereit sind, den Weg der Selbstverleugnung zu gehen, den er ihnen voranging.«
Nichts Geringeres als bedingungslose Hingabe kann jemals die richtige Antwort auf sein Opfer auf Golgatha sein. Eine solche überwältigende, götlliche Liebe kann niemals mit weniger als unserer Seele, unserem ganzen Leben, allem was wir sind und haben zufrieden sein.
Der Herr Jesus stellte hohe Anforderungen an die, die seine Jünger sein wollten - Ansprüche, die in unserem heutigen bequemen Leben weitgehend übersehen werden. Viel zu oft betrachten wir unser Christsein nur als ein Entrinnen vor der Hölle und eine Garantie für den Himmel.
Darüber hinaus meinen wir außerdem, wir hätten das gute Recht, alles, was dieses Leben uns an Gutem bietet, zu genießen. Wir wissen es wohl, dass es in der Bibel deutliche Verse über die Jüngerschaft gibt, aber es fällt uns so schwer, sie mit unseren eigenen Vorstellungen über das, was Christsein eigentlich sein sollte, zu verbinden.
Wir finden es durchaus in Ordnung, dass Soldaten ihr Leben für das Vaterland geben. Es befremdet uns nicht weiter, dass Kommunisten ihr Leben aus politischen Gründen lassen, aber dass »Blut, Schweiß und Tränen« das Leben eines Christusnachfolgers kennzeichnen, erscheint uns irgendwie fern liegend und schwer fassbar.
Und doch sind die Worte Jesu klar genug. Es ist kaum möglich, sie misszuverstehen, wenn wir sie in ihrem vollen Wortlaut annehmen. Hier sind einige Bedingungen, wie sie uns vom Heiland der Welt dargelegt wurden:
1. Alles übersteigende Liebe zu Jesus Christus
„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und seine Mutter, seine Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.“
Lukas 14:26. Das bedeutet nicht, dass wir Abneigung oder böse Absichten gegenüber unseren Verwandten im Herzen tragen sollen. Es bedeutet vielmehr, dass unsere Liebe zu Christus so groß sein soll, dass jede andere Liebe im Vergleich dazu nichts ist. Der schwerwiegendste Punkt in diesem Vers ist jedoch der Ausdruck »... dazu aber auch sein eigenes Leben.« Die Eigenliebe ist eines der am schwersten zu überwindenden Hindernisse für die Jüngerschaft. Nicht eher, als wir willig sind, unser Leben völlig für ihn hinzugeben, sind wir an dem Platz, an dem er uns haben will.
2. Verleugnung unseres Ichs
„Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst“
Matthäus 16:24. Verleugnung unseres Ichs ist mehr als Enthaltsamkeit. Es bedeutet mehr als Verzicht auf bestimmte Speisen, Vergnügungen oder Besitztümer. Verleugnung unseres Ichs bedeutet eine völlige Hingabe an die Herrschaft Jesu Christi, so dass das eigene Ich überhaupt keine Rechte und Ansprüche hat. Es bedeutet, dass das Ich einfach abdankt. Das man in den Worten wie folgt ausdrücken kann: »Herr, lass mich keinen eigenen Willen haben, noch lass mich mein wahres Glück auch nur ein wenig in der Abhängigkeit von etwas, was mir von außen her begegnen kann, sehen, sondern lass alles in mir mit deinem Willen übereinstimmen.«
Mein herrlicher Sieger, göttlicher König, nimm diese dir ergeb‘nen Hände in die deinen, Endlich ist mein Wille ganz dein eigen, und ich bin fröhlicher Untertan an deinem Thron.
Herrlicher Sieger, göttlicher Sohn, Dir weihe ich, Herr, meine Hände. Längst ist mein Wille der Deine schon, alles für Dich nur verwende!
3. Wohlüberlegte Wahl des Kreuzes
„Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich“
Matthäus 16:24. Das Kreuz ist nicht eine physische Schwäche oder ein geistiger Schmerz; diese Dinge sind allen Menschen gemeinsam. Das Kreuz ist ein Weg, der nach reiflicher Überlegung gewählt wurde. Es ist »ein Weg, der, solange diese Welt besteht, voll Unehre und Schmach ist«. Das Kreuz veranschaulicht die Schande, Verfolgung und Schmach, mit der die Welt den Sohn Gottes überhäufte und welche die Welt auch auf alle die laden wird, die sich entschieden haben, gegen den Strom zu schwimmen. Jeder Gläubige kann dem Kreuz einfach dadurch entgehen, dass er sich der Welt und ihren Wegen anpasst.
4. Ein Leben in der Nachfolge Christi
„Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!“
Matthäus 16:24. Um zu verstehen was das bedeutet, muss man sich selbst fragen: »Was kennzeichnete das Leben des Herrn Jesus?« Es war ein Leben des Gehorsams gegenüber Gott. Es war ein Leben in der Kraft des Heiligen Geistes. Es war ein Leben des selbstlosen Dienstes an anderen. Es war ein Leben der Geduld, des Leidens und der Ausdauer trotz boshafter Misshandlungen. Es war ein Leben voller Eifer, voller Verausgabung, ein Leben der Selbstbeherrschung, der Sanftmut, der Freundlichkeit, der Treue und der Hingabe Galater 5:22-23. Wenn wir seine Jünger sein wollen, müssen wir wandeln wie er. „… dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet.“
Johannes 15:8.
5. Innige Liebe zu allen, die Christus gehören
„Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“
Johannes 13:35. Das ist die Liebe, die andere höher achtet als sich selbst. Es ist die Liebe, welche die Menge der Sünden bedeckt. Es ist die Liebe, die langmütig und freundlich ist. „Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet nicht, die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf; sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht an der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles.“
1. Korinther 13:4-7. Ohne diese Liebe wäre die Jüngerschaft ein kalter, gesetzlicher Zwang.
6. Stetes Bleiben in seinem Wort
„Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger,“
Johannes 8:31b. Rechte Jüngerschaft muss von Dauer sein. Es ist leicht, einen guten Anfang zu machen und mit flammender Begeisterung loszustürmen, aber die Probe auf die Echtheit ist Ausharren bis zum Ende. „Niemand, der seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes!“
Lukas 9:62b. Das krampfhafte Befolgen der Schrift tut es nicht. Christus wünscht sich solche, die ihm in stetem, gläubigen Gehorsam folgen.
Herr, lass mich niemals rückwärts seh‘n, wenn‘s Pflügen oftmals Tränen kostet und manchmal gar die Pflugschar rostet. Herr, lass mich niemals rückwärts seh‘n.
7. Alles aufgeben, um ihm zu folgen
„So kann auch keiner von euch mein Jünger sein, der nicht allem entsagt, was er hat.“
Lukas 14:33. Das ist vielleicht die unpopulärste aller Bedingungen, die Christus für die Nachfolge stellt, und sie mag sich sehr wohl als der unbequemste Vers in der Bibel überhaupt erweisen. Die klugen Theologen mögen tausend Gründe dafür angeben, warum dieses Wort eigentlich gar nicht das bedeutet, was es aussagt, aber einfache Jünger Jesu nehmen es buchstäblich so, wie es dasteht, und wissen, dass der Herr Jesus genau wusste, was er sagte. Was ist nun mit »allem entsagen« gemeint? Es bedeutet den Verzicht auf materielle Werte, die nicht unbedingt zum Leben notwendig sind und die zur Verbreitung des Evangeliums verwandt werden könnten. Der Mann, der allem entsagt, wird dadurch nicht etwa zum hilflosen Müßiggänger; er arbeitet im Gegenteil schwer, um für die laufenden Bedürfnisse seiner Familie und seiner selbst zu sorgen. Da aber die Leidenschaft seines Lebens der Fortgang der Sache Christi ist, setzt er alles, was er nicht unbedingt braucht, für das Werk des Herrn ein und überlässt die Zukunft Gott. Indem er zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit trachtet, glaubt er daran, dass es ihm nie an Nahrung und Kleidung mangeln wird. Er kann einfach nicht mit gutem Gewissen Güter anhäufen, während Seelen verloren gehen, weil niemand ihnen das Evangelium bringt. Er will sein Leben nicht damit vergeuden, dass er Reichtümer anhäuft, die in die Hände des Teufels fallen, wenn Christus für seine Heiligen wiederkommt. Er will dem Gebot Christi gegen die Anhäufung von Schätzen auf Erden gehorchen. Er entsagt allem, indem er hingibt, was er doch nicht ewig halten kann und was er nun nicht mehr liebt.
Dieses sind also die sieben Voraussetzungen zu Nachfolge Christi. Sie sind klar und unzweideutig. Man sollte sich hier die Frage stellen und vielleicht im Klaren darüber werden: »Bin ich selber ein unnützer Knecht?« Sollte aber Gottes Wahrheit durch das Versagen des Volkes Gottes für immer verschwiegen werden? Ist es nicht wahr, dass die Botschaft immer größer ist als der Botschafter selbst? Ist nicht Gott allein wahrhaftig und jeder Mensch ein Lügner? Sollten wir nicht mit einem alten Weisen sagen: »Dein Wille geschehe, wenn auch durch meine eigene Unzulänglichkeit«?
Indem wir unsere begangenen Fehler bekennen, lasst uns den Ansprüchen Christi an uns mutig begegnen und von jetzt an danach trachten, wahre Jünger unseres herrlichen Herrn zu sein.
„… welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird ...“
Philipper 1:6.
Wahre Nachfolge
Der Weg in eine echte Nachfolge beginnt, wenn ein Mensch von Neuem geboren ist. Es fängt damit an, dass sich folgende Dinge in seinem Leben ereignen:
1. Er muss begriffen haben, wie sündig, verloren, nackt und blind er vor Gott steht.
2. Er muss zugeben, dass er weder durch seinen guten Charakter noch durch seine guten Werke etwas an dieser Situation ändern kann.
3. Er muss glauben, dass der Herr Jesus Christus am Kreuz an seiner statt starb.
4. Er muss sich willentlich entschließen, sein ganzes Vertrauen allein auf Jesus Christus zu setzen und ihn als seinen Herrn und Meister anzuerkennen.
Nur so wird jemand ein Christ, und es ist wichtig, dies von Anfang an ganz klarzumachen. Viel zu viele Leute leben in der irrigen Vorstellung, dass man Christ wird, indem man ein christliches Leben führt. Ganz und gar nicht! Man muss zuerst Christ werden, ehe man überhaupt fähig ist, diese Art von Leben zu verwirklichen.
Das Leben in der Nachfolge, ist ein übernatürliches Leben. Niemand hat in sich selbst die Kraft dazu. Wir sind auf Kraft von Gott angewiesen. Und nur durch die Wiedergeburt fließt uns diese Energie zu, aus der heraus wir leben können, wie Jesus es uns aufträgt.
Deshalb muss man sich, die Fragen stellen: »Bin ich überhaupt von neuem geboren? Bin ich wirklich ein Kind Gottes durch den Glauben an den Herrn Jesus geworden?«
Falls nicht, dann hat man heute die Möglichkeit, ihn im Leben als Herrn und Meister aufzunehmen. Heute kann man sich dazu entschließen, ihm in allen Dingen zu gehorchen, was immer es kosten mag.